Dies ist eine kompakte Übersicht zu Peptide — geschrieben für Leser, die mehr als einen Absatz, aber kein Lehrbuch wollen.
Geprüft am 2025-12-26. Was noch umstritten ist, wird als umstritten gekennzeichnet.
Verursachende Toxine: Der verursachende Giftstoff ist das Gyromitrin, welches bei der Zubereitung oder spätestens im Magen-Darm-Trakt zu dem noch viel toxischeren, wasserlöslichen Monomethylhydrazin abgebaut wird. Aufgrund seines Siedepunkts bei 87 °C kann dieses normalerweise während des Kochvorgangs entweichen, wodurch es allerdings auch schon zu Vergiftungen durch bloße Inhalation der Kochdämpfe kommen kann. Überdies scheint es große individuelle Unterschiede in der Verträglichkeit des Giftes zu geben. So überstehen manche Esser das Gift völlig schadlos, während andere bei gleicher Dosis eine schlimme Vergiftung erleiden. Die Wirkung des Giftes beruht auf einer Hemmung des Pyridoxins im Zentralnervensystem. Der daraus resultierende Mangel an γ-Aminobuttersäure führt zu Koma und Krämpfen. Der mögliche Leberschaden lässt sich auch auf die Hemmung des Pyridoxins zurückführen, das auch im Aminosäurestoffwechsel beteiligt ist. Die tödliche Gyromitrin-Menge für einen Erwachsenen liegt bei etwa 20 bis 50 mg/kg Körpergewicht, bei Kindern liegt die Dosis etwa um die Hälfte niedriger. Der Giftgehalt der Frühjahrslorchel liegt bei 0,1 bis 0,3 % im Frischpilz und auch im getrockneten Pilz. Es scheint durch den Trocknungsvorgang ebenfalls zu einem Schwund an Giftstoffen zu kommen. Zudem stehen Gyromitrin und sein Abbauprodukt Monomethylhydrazin im Verdacht, die Entstehung von Tumoren auslösen zu können.
Quellen: de.wikipedia.org
Therapie: Wenn die Vergiftung schon frühzeitig erkannt wird, kann versucht werden, durch künstliches Erbrechen und Magenspülung noch vorhandene Pilzreste aus dem Verdauungstrakt zu entfernen. Wie beim Phalloides-Syndrom wird Aktivkohle und Lactulose verabreicht. Als Gegengift wird Pyridoxin intravenös injiziert. Allerdings darf hier eine Gesamtdosis von 15 bis 20 Gramm täglich nicht überschritten werden. Für Kinder gelten entsprechend geringere Werte. Verursachende Pilze: Frühjahrs-Giftlorchel (Gyromitra esculenta) sowie andere Giftlorcheln (Gyromitra sp.), Helmkreisling (Cudonia circinans), Dottergelbe Scheiben-Lorchel (Discina leucoxantha). Geringe Mengen Gyromitrin können außerdem noch Lorcheln aus der Gattung Helvella und Gallertkäppchen (Leotia sp.) enthalten.
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==== Rhabdomyolyse ==== Im Jahr 2001 wurde der bis dahin in allen Pilzbüchern als essbar angegebene und als Marktpilz zugelassene Grünling (Tricholoma equestre) als wahrscheinlicher Verursacher einer Reihe von Vergiftungen in Frankreich identifiziert. Unter den insgesamt zwölf vergifteten Personen waren drei Todesfälle durch Rhabdomyolyse zu verzeichnen. 2002 wurde über zwei weitere Fälle in Polen berichtet.
Quellen: de.wikipedia.org
Latenzzeit: 30 Minuten nach der ersten Mahlzeit (bei Russula subnigricans), bzw. 24 bis 72 Stunden nach mehrmaligen Mahlzeiten (zum Beispiel beim Grünling, Tricholoma equestre). Anzeichen: Die Vergiftung beginnt bei Russula subnigricans mit Schwindel und Durchfällen und kann entweder vergleichsweise harmlos verlaufen oder zusammen mit schweren Komplikationen durch einsetzende Rhabdomyolyse verbunden sein. Beim Grünling beginnt die Vergiftung mit Müdigkeit, zu der Muskelschwäche und Schmerzen, besonders in den Oberschenkeln, hinzutreten. Durch den Zerfall von Muskelgewebe wird Myoglobin im Urin ausgeschieden, was in schwereren Fällen an einer dunklen Färbung des Urins zu erkennen ist. Labormedizinisch ist zudem ein erhöhter Wert von Creatin-Kinase im Serum feststellbar. Von der Muskelschädigung können auch die Herz- und Zwerchfellmuskulatur betroffen sein, was den teilweise tödlichen Ausgang der Vergiftungen erklärt. Weitere Symptome sind Hautrötung im Gesicht, Schwitzen und Übelkeit. Dauer der Erkrankung: Die Symptome nehmen zunächst über drei bis vier Tage hinweg zu. Auch wenn die Vergiftung nicht tödlich verläuft, dauert die Gesundung der Patienten mehrere Wochen. Verursachende Toxine: Die für das Auftreten der lebensgefährlichen Muskelschwäche verantwortlichen Stoffe des Grünlings sind noch nicht bekannt. Da der Genuss von Grünlingen nicht immer zu Vergiftungserscheinungen führt, vermutet man, dass die Konzentration des Toxins in den Pilzen schwankt. Als Hauptwirkstoff von Russula subnigricans gilt die Cycloprop-2-en-carbonsäure.
Quellen: de.wikipedia.org
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